Acta Sagittariana – Newsletter der ISG (02/2019)

Das 50. Internationale Heinrich-Schütz-Fest führte uns in diesem Jahr vom 10. bis zum 13. Oktober nach Karlsruhe. Auch wenn die Stadt Karlsruhe zu Lebzeiten des Heinrich Schütz noch nicht existierte, gab es durch die Hochzeit des Landgrafen Otto von Hessen-Kassel, des ältesten Sohnes des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel mit Katharina Ursula von Baden, der Tochter des Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach am 24. August 1613 in Kassel doch direkte Verbindungen in den heutigen Karlsruher Stadtteil Durlach. Diese Kontakte waren für uns auch der Grund den ersten Tag in Durlach zu verbringen. Die Eröffnungsveranstaltung in der Karlsburg, seit 1565 Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach umrahmte KMD Christian-Markus Raiser mit Cembalomusik des 17. Jahrhunderts aus einem Manuskript des Durlacher Gymnasialprofessors Michael Bulyovszky. Eine besondere Ehre erwies uns Wolfgang Rihm durch seine Teilnahme am Podiumsgespräch. Nach der Stadtführung brachte das Johann Rosenmüller Ensemble in der Stadtkirche zu Durlach, die im 17. Jahrhundert auch als Hofkirche fungierte, unter anderem Musik von Heinrich Schütz, Leonhardt Sailer und Georg Christoph Strattner zur Aufführung, die dort zum ersten Mal seit fast 350 Jahren wieder erklang. Das hochkarätig besetzte wissenschaftliche Symposion in der Badischen Landesbibliothek beleuchtete das Thema„Repräsentationsmusik in Residenzen der Schütz-Zeit“. Das imposante Programm des diesjährigen Schütz-Festes umfasste weiterhin einen Kurs zur Interpretation und Aufführungspraxis der Musik des Heinrich Schütz unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann, ein a capellaChorkonzert im Zentrum für Kunst und Medien mit Musik von Schütz bis Rihm unter der Leitung von KMD Christian-Markus Raiser, ein Konzert mit Ausschnitten aus den Psalmen Davids mit dem Dresdner Kammerchor, einen Orgelspaziergang, eine Bildbetrachtung in der Kunsthalle Karlsruhe, ein Konzert mit Musik zur Rudolstädter Hochzeit von 1638 mit dem BREMER BAROCK CONSORT unter der Leitung von Manfred Cordes und ein Konzert mit Vertonungen des 116. Psalms aus der Sammlung „Angst der Hellen und Friede der Seelen“ aus dem Jahr 1623. Den traditionellen Abschluss des Schütz-Festes bildete der Festgottesdienst in der Ev. Stadtkirche Karlsruhe, der musikalisch durch die Karlsruher Chöre Cantus Juvenum, Lutherana und die Durlacher Singschule unter Einbeziehung sangesfreudiger Mitglieder unserer Gesellschaft ausgestaltet wurde. Ebenfalls am Abschlusskonzert beteiligt war das Nordbadische Bläserensemble, das uns im Anschluss an den Festgottesdienst mit einer Matinee erfreute. Dem Karlsruher Organisationsteam um KMD Christian-Markus Raiser sei an dieser Stelle für die herausragende Arbeit gedankt. Dass alle Veranstaltungen hervorragend besucht waren zeigt deutlich, dass die Konzeption des 50. Internationalen Heinrich-Schütz-Festes perfekt auf die lokalen Bedingungen zugeschnitten war.

Das 51. Internationale Heinrich-Schütz-Fest wird vom 24. bis zum 27. September 2020 in der Alten Hansestadt Lemgo stattfinden. Das letzte Mal war unsere Gesellschaft im Jahr 1964 dort zu Gast und wir folgen gerne der Einladung des Festivals mixTour und des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake unser Jahrestreffen 2020 dort zu realisieren.

Allen Mitgliedern unserer Gesellschaft wünsche ich eine besinnliche Adventszeit, gesegnete Weihnachten und alles Gute für das kommende Jahr 2020.

Arno Paduch
Präsident